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20.06.2004 Experten raten bei Insektengift-Allergie dringend zur Hyposensibilisierung


Etwa fünf Prozent der Menschen in Deutschland reagieren auf den Stich einer Wespe oder Biene mit schweren allergischen Symptomen wie Juckreiz, Hautausschlag, Atemnot, Schwindel oder Übelkeit. In schlimmen Fällen kann es sogar zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock kommen. "Treten nach einem Insektenstich ungewöhnliche oder sehr starke Symptome auf, muss sofort ein Arzt gerufen werden. Eine heftige allergische Reaktion auf Insektengift kann durch Kreislaufversagen oder schwere Atemnot tödlich enden", warnt Professor Thomas Fuchs, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA). Alarmsignale sind Atemnot, Übelkeit, Schwindel oder Juckreiz, die nach einem Insektenstich unabhängig von der Einstichstelle auftreten. Es sollte dann unverzüglich ein Arzt aufgesucht oder gerufen werden.
In Deutschland sterben jedes Jahr zehn bis 40 Menschen infolge einer Insektengift-Allergie. Aber auch bei den Personen, die eine allergische Reaktion nach einem Insektenstich gut überstehen, hat der Vorfall Folgen: die panische Angst vor der nächsten Begegnung mit Biene & Co. Dagegen hilft auch ein Notfall-Set zur Selbstbehandlung nur wenig, das Insektengift-Allergiker vorsichtshalber bei sich tragen sollten.

Hyposensibilisierung nimmt die Angst vor dem Stich
Es gibt zwei Möglichkeiten, sich vor den Folgen einer Insektengift-Allergie zu schützen: das Meiden der potenziell gefährlichen Insekten (Karenz) oder eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie). Die Karenz ist nur schwer möglich - wirklich sicher vor einem Bienen- oder Wespenstich ist niemand. Deshalb raten Allergologen wie ÄDA-Präsident Fuchs dringend zu einer Hyposensibilisierung mit standardisierten Insektengift-Präparaten. Der Erfolg dieser Therapie macht sich schon nach kurzer Behandlungsdauer bemerkbar. Die allergische Reaktion nach einem Insektenstich wird deutlich schwächer. Dennoch ist eine Langzeitbehandlung über drei bis fünf Jahre mit jeweils einer Injektion alle vier bis sechs Wochen sehr wichtig. "Fast 100 Prozent der so Behandelten sind dann geschützt. Leider erhalten viele Insektengift-Allergiker diese einzige wirksame und lebensrettende Therapie nicht", erklärt Fuchs. Die Ursachen dafür, dass Insektengift-Allergiker häufig nicht hyposensibilisiert werden, liegt vermutlich darin, dass viele nicht wissen, wie gefährlich eine Allergie auf Insektengift sein kann. Sie suchen deshalb nach ungewöhnlich heftigen Reaktionen aufgrund eines Insektenstiches keinen auf Allergien spezialisierten Arzt auf. Um eine bestmögliche Betreuung von Patienten mit Insektengift-Allergie zu gewährleisten, hat die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) jetzt eine neue Leitlinie veröffentlicht.(1) Darin finden sich Empfehlungen für eine standardisierte Anamnese, Diagnostik und Therapie. Auch auf die Hyposensibilisierung wird detailliert eingegangen.

  1. Przybilla B et al.: Insektengiftallergie. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI). Allergo J 2004; 13:186-190

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