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29.05.2002 Die Pollen fliegen und die Patienten leiden


Viele Heuschnupfenpatienten erkrankten dieses Jahr erstmals an Asthma
Die Birken haben in diesem Jahr besonders früh und heftig geblüht. Bereits zu Ostern wurden die Pollen geradezu explosionsartig freigesetzt. Die Pollenmessstelle der Universitätsklinik Bergmannsheil in Bochum registrierte in den Ostertagen Spitzenwerte von über 4.000 Pollen pro Kubikmeter Luft. Kein Wunder, dass allerorts Niesattacken zu hören waren. Einen so starken Flug von Birkenpollen hat es in den letzten Jahren nur sehr selten gegeben. Zwar kam es auch 2000 zu einer fast ähnlich starken Freisetzung von Birkenpollen, jedoch nicht so früh im Jahr.

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI), Professor Gerhard Schultze-Werninghaus aus Bochum: "So viele Patienten mit Heuschnupfen und auch leichten asthmatischen Beschwerden hatten wir noch nie in so kurzer Zeit. Viele merkten in diesem Jahr zum ersten Mal, dass sie allergisch auf Pollen reagieren. Wir hatten selten eine solche Häufung an Asthmafällen, die erstmalig auftraten." Der Allergiespezialist rät allen Betroffenen, einen allergologisch ausgebildeten Facharzt aufzusuchen, damit festgestellt werden kann, welche Pollen den Heuschnupfen oder die Atembeschwerden ausgelöst haben.

Nur wenn die Übeltäter genau bekannt sind, kann die Pollenallergie durch eine gezielte Therapie behandelt werden. Antiallergische Medikamente wie so genannte Antihistaminika mildern beispielsweise die lästigen Symptome wie Niesen und Augenjucken. Langfristig kann den Allergikern nur eine Allergie-Impfung (spezische Immuntherapie) helfen. Hierzu injiziert der Arzt etwa drei Jahre lang molekular standardisierte Allergen-Präparate, die das Immunsystem wieder toleranter gegenüber den Allergieauslösern machen. Der Effekt hält noch Jahre nach Ende der Allergie-Impfung an. Der beste Zeitpunkt, um mit der spezifischen Immuntherapie zu beginnen, ist der Herbst. Die Erfolgsrate liegt bei 90 Prozent.

Pollenallergiker sollten außerdem versuchen, den Allergie auslösenden Pollen aus dem Wege zu gehen. Dabei helfen die Pollenfluginformationen in den Medien. Eine täglich aktualisierte Pollenflugvorhersage des Deutschen Wetterdienstes in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst kann auch im Internet unter www.dwd.deabgerufen werden. Unter der Adresse www.adiz.de finden sich darüber hinaus umfangreiche Informationen über den Pollenflug, so auch ein Link zur europaweiten Pollenflugvorhersage www.cat.at. Hier kann man sich über die Pollenbelastung in den Urlaubsregionen informieren. Außerdem finden Betroffene Informationen unter www.allergiecheck.de.

Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten.

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