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22.02.2002 Geringeres Allergierisiko durch Stallaufenthalt


Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen und sich im ersten Lebensjahr häufiger im Kuhstall aufhalten, erkranken seltener an Heuschnupfen und Asthma als Kinder ohne Stallkontakt. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie unter Leitung von Dr. Erika von Mutius, die Asthma- und Allergiesymptome bei Schulkindern im ländlichen Raum untersuchte. Im Vergleich zu elf Prozent der Kinder ohne Stallkontakt, leidet nur ein Prozent der Kinder mit Stallkontakt an Heuschnupfen. Auch Asthma ist bei Kindern, die auf einem Bauernhof leben und sich häufiger im Stall aufhalten, deutlich seltener: 9 Prozent im Vergleich zu einem Prozent zeigen Symptome.

Immer mehr Experten vertreten die Hypothese, dass bestimmte Infekte in früher Kindheit vor Allergien schützen. Das Spielen im Schmutz scheint ein Fitnessprogramm für das Immunsystem zu sein. Allerdings muss ein gewisser Hygienestandard eingehalten werden, um gefährliche Infektionskrankheiten zu vermeiden.

Besteht Verdacht auf eine Allergie, sollte in jedem Fall ein allergologisch geschulter Facharzt aufgesucht werden. In vielen Fällen können Allergien mit einer spezifischen Immuntherapie (Allergie-Impfung) erfolgreich behandelt werden. Durch die Immuntherapie mit modernen, molekular standardisierten Allergen-Präparaten kann außerdem einer Verschlechterung zum Asthma vorgebeugt bzw. bereits bestehendes allergisches Asthma gebessert oder sogar geheilt werden. Generell gilt, je früher begonnen wird, desto besser sind die Behandlungserfolge.

  • Quelle: Riedler, J. et al., Lancet 358:1129, 2001

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