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28.09.2005 Sonnenallergie ist keine echte Allergie auf Sonne


Die Sonne hat auch Schattenseiten: Zuviel Sonne auf ungeschützter Haut führt zu schmerzhaften Sonnenbränden, begünstigt die Alterung der Haut und ist ein Risiko für Hautkrebs. Bei einigen Menschen kommt es in der Sonne außerdem zu juckenden Knötchen, Rötungen und Schwellungen, die immer wieder aufblühen, wenn auf das Sonnenbaden nicht verzichtet wird. Der Volksmund spricht dann von einer Sonnenallergie. Eine Sonnenallergie gibt es streng genommen nicht, denn die Sonne allein ist kein Allergieauslöser", sagt Professor Erhard Hölzle, Mitglied im Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA). Hinter der von Laien als Sonnenallergie" bezeichneten Symptomatik steckt meistens eine so genannte polymorphe Lichtdermatose oder eine Mallorca-Akne. Experten sprechen allerdings dann von photoallergischen Reaktionen, wenn sich Substanzen, die als Pflegemittel äußerlich auf die Haut aufgetragen oder als Medikamente eingenommen werden, durch Sonnenlicht in Allergieauslöser umwandeln und während oder nach dem Sonnenbad Beschwerden verursachen. Die Ursachenaufklärung ist bei lichtbedingten Hautveränderungen nicht leicht. Klarheit schafft nur eine fachärztliche Diagnose, möglichst bei einem allergologisch ausgebildeten Hautarzt", so Hölzle, der im Klinikum Oldenburg tätig ist.

Polymorphe Lichtdermatose und Mallorca-Akne sind keine Allergien
Die landläufig als Sonnenallergie bezeichnete Hauterkrankung heißt also eigentlich polymorphe Lichtdermatose (PLD). Dabei handelt es sich - den Sonnenbrand ausgenommen - um die häufigste lichtbedingte Erkrankung. Immer mehr Menschen leiden darunter. Schätzungsweise jeder fünfte Deutsche ist betroffen. Die Erkrankung tritt meist im Frühling und Sommer oder bei Urlaubsaufenthalten in sonnigen Regionen auf, wenn die Haut noch nicht an die Sonne gewöhnt ist. Die Zunahme der PLD kann damit zusammenhängen, dass Fernreisen immer beliebter werden und viele Menschen schnell braun werden wollen. Wer mit dem Flieger in die Tropen reist und sich dort gleich am ersten Urlaubstag stundenlang an den Strand legt, obwohl die Haut nach einem langen deutschen Winter noch nicht an die Sonne gewöhnt ist, braucht sich über eine Lichtdermatose nicht zu wundern", sagt der Hautarzt Hölzle.
Die Hautreaktion zeigt sich erst Stunden oder Tage nach der intensiven Sonneneinstrahlung. Charakteristisch sind ein starker Juckreiz und Hautausschläge auf den sonnenbestrahlten Hautregionen wie Gesicht, Dekolleté oder Armen. Die Ausschläge sehen von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich (polymorph) aus: Es können erhabene, gerötete Hautbereiche, Quaddeln, Bläschen, Knötchen oder Plaques auftreten. Ursachen stehen - abgesehen von UVA-Strahlen, seltener UVB-Strahlen - nicht fest. 
Bei der so genannten Mallorca-Akne kommt es zu ähnlichen Hauterscheinungen wie bei der polymorphen Lichtdermatose. Sie ist jedoch keine Allergie, sondern das Ergebnis einer Reaktion zwischen dem UV-Licht der Sonne und den Talgdrüsen der Haut. Öle, Fette und Emulgatoren in Sonnenschutzpräparaten oder anderen Körperpflegemitteln können die Reaktion verstärken. Der Mallorca-Akne kann deshalb oft mit fett- und emulgatorfreien Sonnenschutzmitteln erfolgreich vorgebeugt werden.

So schützen Sie sich vor Quaddeln und Pusteln in der Sonne 
Als wichtigste Maßnahme gilt bei allen lichtbedingten Erkrankungen: Raus aus der Sonne. Empfindliche Menschen sollten sich langsam an die Sonne gewöhnen, zunächst eher im Schatten bleiben und schützende Kleidung tragen. Oftmals gewöhnt sich die Haut im Laufe des Sommerhalbjahres an die Sonne. Wer weiß, dass seine Haut durch Sonneneinstrahlungen oft mit Hautausschlägen reagiert, sollte sich daher im Frühling oder vor einem sonnigen Urlaub sehr vorsichtig an die Sonne gewöhnen. Diese Abhärtung" kann möglicherweise durch die Einnahme von Betacarotin, Calcium oder Nikotinamid mit Folsäure unterstützt werden. Die Anwendung von Antioxidanzien in einer Creme mehrere Tage vor Antritt des Urlaubs und der Gebrauch von Sonnenschutzcremes mit Zusatz von Antioxidanzien während des Urlaubs können ebenfalls vorbeugend wirken. Darüber hinaus sollte ein fettfreies Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor im UVB- und UVA-Bereich verwendet werden. Doch auch chemische UV-Filter in Sonnenschutzprodukten können in Verbindung mit Sonne Hautprobleme verursachen - dann muss auf Mittel mit physikalischen Filtersubstanzen wie Zinkoxid oder Titanoxid ausgewichen werden. Professor Hölzle aus Oldenburg empfiehlt, die Sonne auf jeden Fall zu meiden, wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen juckende Pickel und Quaddeln auftreten: In der Regel klingen die akuten Krankheitserscheinungen dann nach wenigen Tagen ab." Haben sich schwere Hautveränderungen entwickelt, ist der Gang zum Hautarzt unvermeidlich. Zur Linderung des Juckreizes rät der Experte, die betroffenen Hautareale leicht zu kühlen und Antihistaminika einzunehmen. Bei einer stärkeren Entzündung der Haut kann für kurze Zeit eine kortisonhaltige Creme oder Emulsion aufgetragen werden.


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