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13.09.2007 Insektengift-Allergiker brauchen Immuntherapie


Allergie auf Bienen oder Wespen 
Insektengift-Allergiker brauchen Immuntherapie

Drei Prozent der Menschen in Deutschland ­ das sind immerhin 2,5 Millionen ­ können nach dem Stich einer Wespe oder Biene sehr schnell in Lebensgefahr geraten. Bei diesen Insektengift-Allergikern reagiert das Immunsystem überempfindlich auf das Gift von Wespen oder Bienen. Innerhalb kürzester Zeit kann es bei einer Allergie auf Insektengift zu lebensgefährlichen Symptomen wie Blutdruckabfall, Herzrasen, Schwächegefühl oder sogar Atemnot bis hin zu Bewusstlosigkeit kommen. Erste Anzeichen für einen allergischen (anaphylaktischen) Schock durch Insektengift sind beispielsweise von der Einstichstelle unabhängiger Juckreiz und Rötungen, Hitzegefühl oder Übelkeit. Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), der Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) und die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) raten den Betroffenen dringend zu einer spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) bei einem auf Allergien spezialisierten Arzt. Bei Insektengift-Allergie unbedingt zum AllergologenEine Insektengift-Allergie kann mit Hilfe der spezifischen Immuntherapie (SIT) fast immer geheilt werden. Dazu erhalten die Patienten über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren Insektengift-Allergene in den Oberarm injiziert. Anfangs erfolgen die Injektionen zur Dosissteigerung in kurzen Abständen, bis eine gewisse Menge des Allergieauslösers gut vertragen wird. Anschließend wird drei bis fünf Jahre lang alle vier bis sechs Wochen eine Erhaltungsdosis verabreicht. So wird das Immunsystem langfristig weniger empfindlich gemacht ­ hyposensibilisiert.Auch allergiekranke Kinder sollten frühzeitig eine SIT erhalten. “Kinder können ab dem sechsten Lebensjahr, in Einzelfällen auch früher, hyposensibilisiert werden", sagt der Vorsitzende der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA), der Kinderarzt und Allergologe Professor Carl Peter Bauer aus Gaißach. “Diese Methode schützt in nahezu allen Fällen vor der gefährlichen Sofortreaktion des Körpers. Die Erfolgsquote liegt bei fast 100 Prozent." Je früher die SIT begonnen wird, umso schneller profitiert der Patient und ist vor einem anaphylaktischen Schock geschützt.Bis der Erfolg der Immuntherapie eingetreten ist, sollten Insektengift-Allergiker sich von einem Allergologen beraten lassen, wie sie Insektenstiche vermeiden können und Medikamente zur schnellen Selbstbehandlung bei sich tragen: Adrenalin, Kortison und ein Antihistaminikum. Wie die Medikamente im Notfall angewendet werden, kann ein Allergologe genau erklären. Professor Bauer: “Auf jeden Fall sollte im Falle eines Insektenstiches beim Eintreten erster Symptome, die nicht auf die Einstichstelle begrenzt sind, immer ein Notarzt gerufen werden. Es muss sehr rasch reagiert werden." Maßnahmen zur Verringerung der Gefahr eines Insektenstichs 

  • Süße Speisen und Getränke nicht im Freien verzehren. Nach dem Essen Hände waschen und Mund abwischen.
  • Stark duftende Körperpflegemittel wie Parfüm, Rasierwasser und Cremes möglichst meiden.
  • Den Körper bedeckt halten und nicht barfuß über Rasen oder Wiesen laufen.
  • Für die Kleidung helle Farben und geschlossenes Schuhwerk bevorzugen. Ungünstig sind lose sitzende, leichte Bekleidungsstücke und Sandalen.
  • In Anwesenheit von Bienen und Wespen Ruhe bewahren und rasche Bewegungen vermeiden.
  • Die Nähe von Abfallkörben oder Fallobst meiden.
  • Eine gewisse Schutzwirkung bieten Insekten abweisende Sprays oder Deodoranzien.(1)


  1. Pfaar O, Klimek L: Wenn Allergiker auf Reisen gehen wollenŠ HNO-Nachrichten 1:24-27, 2006.

Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten.Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:Pressekontakt ÄDA / DGAKI / GPADr. Petra von der LageSchulterblatt 12020357 HamburgTel.: 0 40 / 50 71 13 44Fax: 0 40 / 59 18 45E-Mail: vonderlage@mastermedia.de

 


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