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13.12.2007 Leicht zu verwechseln: Grippaler Infekt und Allergie


 

Winterzeit ist Erkältungszeit: Überall sieht man Menschen mit Husten und Schnupfen. Nicht immer steckt aber ein grippaler Infekt hinter den Beschwerden. "Es kommt häufig vor, dass eine verstopfte Nase, Atembeschwerden oder Husten im Winterhalbjahr für Symptome einer Erkältung gehalten werden, obwohl tatsächlich eine Allergie die Ursache ist", sagt Professor Dr. Ludger Klimek, vom Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA). Der Wiesbadener HNO-Arzt und Allergologe berichtet, dass er im Winterhalbjahr jede Woche mehrere Patienten mit vermeintlicher Grippe als Allergiker entlarvt.Der 11-jährige Felix litt bereits seit sechs Wochen unter Schnupfen, Husten, Kopfschmerzen und starker Verschleimung, als er in Begleitung seiner Mutter die Praxis des Facharztes Professor Ludger Klimek aufsuchte. Der Hausarzt hatte zuvor drei verschiedene Antibiotika verordnet, die jedoch alle nicht halfen. Auch schleimlösende, hustenstillende Medikamente und homoöpathische Präparate verschafften Felix nur kurz Erleichterung. Der Junge war frustriert, denn die Fehlzeiten in der Schule und seine schlechte Verfassung gefährdeten inzwischen die Schulnoten.Symptome einer Milbenallergie gleichen einer Erkältung "Die Mutter erzählte mir, dass Felix jedes Jahr zu dieser Jahreszeit eine langwierige ´Erkältung´ durchmacht", berichtet Klimek. "Das regelmäßige Auftreten gleicher Beschwerden zu bestimmten Jahreszeiten oder in bestimmten Situationen ist für den allergologisch ausgebildeten Facharzt ein wichtiger Hinweis." Klimek führte bei Felix einen Allergietest durch und stellte als Ursache für die regelmäßig wiederkehrenden Beschwerden eine heftige Allergie auf Hausstaubmilben und Katzenhaare fest. "Gerade die Milbenallergie verursacht vor allem im Herbst zu Beginn der Heizperiode Beschwerden wie Husten und Schnupfen, die leicht mit einem grippalen Infekt verwechselt werden können", erläutert Klimek.Allergien können sich unterschiedlich äußern und sehr unterschiedliche Ursachen haben. So können Blütenpollen, Hausstaubmilben, Tierhaare und Schimmelpilze bei empfindlichen Menschen einen allergischen Schnupfen und juckende Augen (Heuschnupfen) auslösen. Es kann aber auch zu Asthma mit Husten, pfeifender Atmung und Luftnot kommen, wenn die Bronchialschleimhaut allergisch reagiert. Bei allergischem Asthma sind die Atemwege durch eine allergische Entzündung verengt, denn die Bronchialschleimhaut schwillt an, es bildet sich zäher Schleim und die Atemwegsmuskulatur verkrampft sich.Die Symptome von Atemwegsallergien können leicht mit einem grippalen Infekt verwechselt werden. Bei beiden Erkrankungen treten häufig Schnupfen, Niesen, gerötete Augen, Husten, Atembeschwerden und Abgeschlagenheit auf. "Grippale Infekte gehen oft mit Fieber einher. Bei Allergien kommt es dagegen häufig zu Juckreiz, beispielsweise können die Nase oder die Augen jucken. Fieber tritt selten auf", sagt Professor Klimek. Zeichen für eine Allergie sind außerdem ständige oder in bestimmten Situationen oder zu bestimmten Zeiten immer wieder auftretende Beschwerden. Ursächliche Allergietherapie hilft langfristigIm Zweifelsfall sollten die Betroffenen einen auf die Behandlung von Allergien spezialisierten Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Schon aus einer genauen Befragung des Patienten erhält der Arzt Informationen darüber, ob eine Allergie oder eine Infektion vorliegt. Weitere Hinweise liefern die körperliche Untersuchung und Labortests. Bei grippalen Infekten oder einem nicht-allergischen Schnupfen stellt der Facharzt oftmals eitriges Sekret und geschwollenes Lymphgewebe fest. Allergien können mit einem Hauttest nachgewiesen werden. Außerdem finden sich bei einer Blutuntersuchung vermehrt die für Allergien typischen Immunglobulin-E (IgE) Antikörper. Der 11-jährigen Felix erhält mittlerweile eine spezifische Immuntherapie (SIT) mit standardisierten Milbenallergenen, so dass er im nächsten Jahr voraussichtlich keine wochenlangen Fehlzeiten in der Schule wegen seiner allergischen "Grippe" haben wird. Mit einer SIT kann die Ursache der Allergie behandelt werden. Die Therapie gewöhnt das überempfindliche Immunsystem Allergiekranker langfristig an die Allergieauslöser. Als Folge reduzieren sich langfristig die Beschwerden oder bleiben ganz aus. Zudem kann eine Immuntherapie das Risiko für die Entwicklung von Asthma erheblich senken.Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten.Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:Pressekontakt ÄDA / DGAKI / GPADr. Petra von der LageSchulterblatt 12020357 HamburgTel.: 0 40 / 50 71 13 44Fax: 0 40 / 59 18 45E-Mail: vonderlage@mastermedia.de