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06.11.2003 Nicht einmal der Nikolaus ist sicher vor Wespenstichen


Menschen, die allergisch gegen Bienen- oder Wespengift sind, leben während des Sommerhalbjahres in großer Angst. Und in diesem Jahr waren besonders viele Wespen unterwegs. Nach einem Stich durch Bienen oder Wespen reagieren Insektengift-Allergiker innerhalb weniger Minuten mit oftmals heftigen allergischen Symptomen wie Hautausschlag, Schweißausbrüchen, Atemnot, Schwindel, Zittern, Übelkeit oder Erbrechen. Schlimmstenfalls kommt es zu einem allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit und Atem- bzw. Kreislaufstillstand. Wenn so ein Allergieschock nicht sofort ärztlich behandelt wird, kann er tödlich enden. Professor Gerhard Schultze-Werninghaus, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) rät daher: "Bei heftigen allergischen Reaktionen nach einem Insektenstich sollte sofort ein Notarzt gerufen werden. Langfristig muss die Allergie fachärztlich mit einer Hyposensibilisierung behandelt werden."

Dieses Jahr war ein Wespenjahr
Wie Volker Mauss vom Zentrum für Wespenkunde in Michelfeld berichtet, gab es wegen des trockenen Frühlings in diesem Sommer besonders viele Wespen. "Dieses Jahr werden viele Wespenköniginnen überwintern. Ob das nächste Jahr aber wieder so ein ausgeprägtes Wespenjahr wird, hängt von der Witterung Ende April und Anfang Mai ab. Bei trockenem Wetter finden die Königinnen leicht Futter und haben ideale Bedingungen, um ein Volk zu gründen." Bei Wespen überleben nur junge Weibchen, die Königinnen, den Winter. Sie suchen sich für die Winterruhe alleine oder mit bis zu 70 anderen Wespen-Königinnen frostgeschützte Orte wie Holzstöße, hohle Bäume oder Dachböden. "In warmer Umgebung werden die Königinnen aber rasch wieder munter", warnt der Biologe Mauss, "es besteht die Gefahr, die Tiere beispielsweise mit Feuerholz in die Wohnung zu tragen."

Lehrer brach vor der Klasse zusammen
Deshalb besteht auch im Winter keine hundertprozentige Sicherheit vor Wespenstichen. Das musste auch ein Lehrer am eigenen Leib erfahren, der seinen Schülern als Nikolaus verkleidet eine Freude machen wollte. Eine Königin hatte sich genau den Jutesack auf dem Dachboden als Winterversteck ausgewählt, in dem der ahnungslose Lehrer am Nikolaustag seine Geschenke verstaute. Mauss: "Die Schüler staunten nicht schlecht, als der Nikolaus in ihrer Klasse statt der erwarteten Päckchen eine Wespenkönigin aus dem Sack beförderte, einen Schmerzenslaut ausstieß und kurz darauf vom Notarzt behandelt werden musste. Der als Nikolaus ausstaffierte Lehrer war Insektengift-Allergiker."

Bei Allergie auf Insektengift unbedingt hyposensibilisieren
Menschen, die bereits einmal schwere allergische Reaktionen nach einem Stich erlitten haben, müssen sich in Acht nehmen. Der nächste Stich kann lebensgefährlich werden. Deshalb sollten Betroffene unbedingt einen auf Allergien spezialisierten Arzt aufsuchen. Wichtigste Therapie ist die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung). Mit ihr können nahezu alle Insektengift-Allergiker geheilt werden. Wie eine spezifische Immuntherapie gegen Pollen-, Hausstaub- oder Tierhaar-Allergien kann die Therapie ambulant durchgeführt werden. Bei einer Allergie auf Insektengift empfehlen Allergologen jedoch meistens, die Therapie über einen Zeitraum von wenigen Tagen in einem Krankenhaus zu beginnen. Den Patienten werden allmählich ansteigende Mengen des Allergieauslösers unter die Haut gespritzt. Dadurch wird die überschießende Reaktion des Immunsystems der Allergiekranken wieder normalisiert. In der Klinik kann die Dosierung des Allergieauslösers sehr schnell gesteigert werden, so dass der Körper bereits nach kurzer Zeit gegen die unheilvolle Wirkung des Insektengifts geschützt ist. Damit ein langjähriger Schutz besteht, erhalten die Patienten über einen Zeitraum von ca. drei Jahren einmal im Monat eine weitere Injektion. Im Internet kann unter der Adresse www.allergiecheck.de in der Rubrik "Wissen" nach Spezialkliniken für die Behandlung von Insektengift-Allergien recherchiert werden. "Wer seine Insektengift-Allergie noch in diesem Jahr von einem Allergologen behandeln lässt, kann bereits den nächsten Frühling ohne Angst vor Stichen verbringen", erklärt Professor Schultze-Werninghaus.


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