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06.11.2003 Milbenallergie führt zu grippeähnlichen Beschwerden


Ein Zusammenhang zwischen allergischen Atemwegserkrankungen und Hausstaubmilben wurde erstmals in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts erkannt. Heute weiß man, dass in den Exkrementen der Hausstaubmilben Eiweißmoleküle enthalten sind, die eine allergische Reaktion auslösen können. Menschen, die auf diese Milbenallergene sensibel reagieren, leiden häufig über das ganze Jahr hinweg unter Schnupfen, Niesen, Husten oder Atemnot. Professor Gerhard Schultze-Werninghaus, Präsident der Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI): "Bei Verdacht auf eine Hausstaubmilben-Allergie sollte ein auf Allergien spezialisierter Arzt aufgesucht werden. Er kann nach einem Allergietest die richtige Diagnose stellen und eine effektive Behandlung einleiten." Gegen die akuten Allergiebeschwerden helfen so genannte Antihistaminika. Sie hemmen bei regelmäßiger Einnahme die allergische Reaktion im Körper. Langfristig sollte jedoch eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) mit standardisierten Allergen-Präparaten in Erwägung gezogen werden. Diese auch als "Allergie-Impfung" bezeichnete Behandlung bessert in etwa 90 Prozent der Fälle die Symptome dauerhaft und effektiv.

Hausstaubmilben sind lichtscheue und wärmeliebende Gesellen
Hausstaubmilben sind winzige Spinnentiere und nur etwa 0,3 Millimeter groß. Mit dem bloßen Auge sind sie gerade nicht mehr zu sehen. Es gibt zwei wichtige Arten: Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae. Die Männchen werden 60 bis 100 Tage, die Weibchen bis zu 150 Tage alt. Weibliche Hausstaubmilben legen jeden Tag bis zu vier Eier. Aus ihnen schlüpfen nach etwa einer Woche Larven, die sich nach mehreren Häutungen und Entwicklungsstadien innerhalb von drei bis vier Wochen zu geschlechtsreifen Milben entwickeln.
Hausstaubmilben sind lichtscheu und bevorzugen Temperaturen um 25 Grad Celsius sowie eine Luftfeuchtigkeit von 75 Prozent. In Wohnungen kommen sie häufig in Betten, Teppichen und Polstermöbeln vor. Da wir pro Nacht etwa einen Liter Schweiß abgeben und die Betten durch unseren Körper anwärmen, finden Hausstaubmilben vor allem in Betten ideale Bedingungen. Genügend Futter steht hier auch zur Verfügung: Der Mensch verliert pro Tag bis zu ein Gramm Hautschuppen. Sie sind die wichtigste Nahrungsquelle für Hausstaubmilben.

Im Herbst höhere Belastung durch Allergieauslöser aus Milbenkot
Die Anzahl der Milben unterliegt jahreszeitlichen Schwankungen. Etwa ab Mai, wenn die Luft feuchter wird und die Temperaturen steigen, beginnen die Milben, sich zu vermehren. Die meisten Hausstaubmilben gibt es im Herbst. Wird es dann kälter und die Raumluft mit der beginnenden Heizperiode wieder trockener, sterben viele Milben ab. Im frühen Winter sind viele tote Milben und ihre Exkremente im Staub zu finden. Sie werden in der trockenen Luft leicht aufgewirbelt. Daher enthält die Raumluft in den ersten Wintermonaten vermehrt Allergieauslöser aus dem Milbenkot. In dieser Jahreszeit haben Menschen mit einer Hausstaubmilben-Allergie deshalb häufiger oder stärkere Beschwerden. "Leider ist es trotz intensiver Forschung bisher nicht gelungen, zuverlässige Methoden zu finden, mit der einer Allergie auf Hausstaubmilben vorgebeugt werden kann", bedauert der Allergologe Schultze-Werninghaus. "Es fehlen uns auch noch gesicherte Informationen, wie man die Milbenbelastung in Wohnräumen in den Griff bekommt. Wahrscheinlich ist es aber sinnvoll, die Betten mit milbendichten Bezügen, so genannten Encasings, auszustatten."

 

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