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12.06.2004 Schimmelpilze belasten Allergiekranke das ganze Jahr


Am häufigsten sieht man sie auf verdorbenen Früchten, Brot, Käse oder anderen Lebensmitteln: Schimmelpilze. Sie bilden in feuchten Zimmern auch Flecken und Beläge, beispielsweise auf Wänden, in Zimmerecken und Badezimmerfugen; oft leben sie unentdeckt hinter Tapeten und Verkleidungen. Die Mikroorganismen können allergische Atemwegserkrankungen verursachen. Die Allergieauslöser (Allergene) befinden sich in den Sporen, die die Pilze zur Fortpflanzung abgeben. Sporen sind mikroskopisch klein und werden leicht eingeatmet. Sie können bei allergiekranken Menschen Schnupfen, Niesen, Husten und Atemnot hervorrufen. Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall nach dem Verzehr von schimmelpilzhaltigen Lebensmitteln sind manchmal ebenfalls Zeichen einer Schimmelpilz-Allergie.

Fachärztliche Behandlung hilft
Weil Schimmelpilze sowohl draußen als auch in Innenräumen verbreitet sind, kann ein Kontakt mit den Allergenen nicht vermieden werden. Schimmelpilz-Allergiker bekommen ihre Beschwerden nur durch eine ärztliche Behandlung in den Griff. Professor Dr. Thomas Fuchs, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen: "Menschen, die bei sich eine Allergie vermuten, sollten rechtzeitig zu einem allergologisch ausgebildeten Facharzt gehen und sich untersuchen lassen. Eine Schimmelpilz-Allergie muss behandelt werden. Sie führt leicht zu schwerem Asthma." Neben antiallergischen Medikamenten kommt eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) in Frage. Dabei wird das Immunsystem durch die regelmäßige Injektion von Allergen-Präparaten unempfindlich gemacht. Diese ursächliche Behandlung, die seit langem erfolgreich gegen Allergien auf Pollen oder Hausstaubmilben eingesetzt wird, war in der Vergangenheit bei einer Schimmelpilz-Allergie weniger wirkungsvoll. Es fehlten standardisierte Allergen-Extrakte. Inzwischen steht zumindest für Schimmelpilze der Gattung Alternaria ein molekular standardisiertes Allergen-Präparat zur Verfügung.

Lebensbedrohliche Asthmaanfälle durch Schimmelpilz-Sporen
Schimmelpilze können bei allergiekranken Menschen zu sehr schweren Asthmaanfällen mit lebensbedrohlicher Atemnot führen. Zwischen einer Allergie auf Schimmelpilze und dem Schweregrad von Asthma besteht sogar ein direkter Zusammenhang. Das hat eine französische Untersuchung aus dem Jahr 2002 gezeigt. (1) Forscher hatten Allergietests von über 1.000 erwachsenen Asthmapatienten aus verschiedenen Ländern ausgewertet. Bei mehr als zehn Prozent wurde im Hauttest eine positive Reaktion auf Schimmelpilz-Allergene festgestellt. Diese Asthmatiker litten unter einer schwereren Form von Asthma als solche, die auf Blütenpollen allergisch reagierten. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Sporen aufgrund ihrer geringen Größe leichter eingeatmet werden und tiefer in die Atemwege gelangen als Pollen. Zudem kommen Schimmelpilz-Sporen das ganze Jahr hindurch und im Gegensatz zu Blütenpollen auch in Wohnräumen vor. "Schimmelpilze in der Wohnung müssen unbedingt bekämpft werden", so der Allergologe Fuchs. Er empfiehlt regelmäßiges stoßweises Lüften, um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren. Pilzbesiedelte Gegenstände und Blumenerde sollten aus der Wohnung entfernt werden. "Bei einem großflächigen Pilzbefall an Wänden müssen oft nicht nur die Tapeten, sondern auch der Putz und Fugenmörtel fachmännisch erneuert werden."

  1. Zureik M et al.: Sensitisation to airborne moulds and severity of asthma: cross sectional study from European Community respiratory health survey. BMJ 2002;325:411-414.


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