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12.06.2004 Sommer-Allergie: Dahinter kann Alternaria stecken


Augenjucken, allergischer Schnupfen oder gar Asthmaanfälle - im Sommer leiden viele Menschen unter Allergiebeschwerden. Entgegen der landläufigen Meinung sind aber nicht immer oder nicht nur Gräser- oder Beifußpollen die Auslöser. Auch die Fortpflanzungszellen (Sporen) der Schimmelpilze Alternaria und - wenn auch sehr viel seltener - Cladosporium kommen als Ursache in Frage. Alternaria wächst vor allem auf trockenen Pflanzen und auf Getreidekörnern. Deshalb treten die Beschwerden oft bei der Gartenarbeit oder beim Spaziergang durch Getreidefelder auf. Alternariasporen fliegen hauptsächlich im Juli und August, also zur gleichen Zeit wie Gräserpollen und Beifußpollen. "Wenn jemand von Mai bis September Heuschnupfen oder Asthma hat, tippen auch Ärzte meistens auf eine Pollenallergie. Eine Alternaria-Allergie wird häufig nicht erkannt", berichtet Dr. Uta Rabe vom Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA). Alternaria kann schwere Asthmaanfälle auslösen. Die Krankheit muss von einem auf Allergien spezialisierten Arzt behandelt werden.

Bei Verdacht auf Alternaria-Allergie zum Allergie-Spezialisten

Die Allergologin Uta Rabe hat im Johanniter-Krankenhaus in Treuenbrietzen über 1.000 Menschen mit allergischem Schnupfen oder allergischem Asthma daraufhin untersucht, ob auch eine Allergie gegen den Schimmelpilz Alternaria besteht. Sie konnte die Schimmelpilz-Allergie bei mehr als fünf Prozent der Untersuchten nachweisen und stellte fest, dass vor allem Kinder und Asthmakranke häufig gegen Alternaria allergisch sind. "Viele Patienten haben eine Pollenallergie und zusätzlich eine Allergie gegen Alternaria. Wenn jemand aufgrund seiner Gräserallergie hyposensibilisiert wurde, aber immer noch starke Beschwerden im Sommer hat, kann dies an einer gleichzeitig bestehenden Alternaria-Allergie liegen. Auch die muss dann behandelt werden", so Rabe. Viele Alternaria-Allergiker leiden sogar das ganze Jahr über unter Beschwerden, da der Schimmelpilz auch in Wohnungen auf Textilien, Tapeten, Blumenerde und Lebensmitteln wächst. Weil Alternaria so weit verbreitet ist, kann man den Allergieauslösern kaum aus dem Wege gehen. Eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) mit einem standardisierten Allergen-Präparat ist die einzige Möglichkeit, eine Alternaria-Allergie langfristig zu bessern. Die Therapie macht das Immunsystem wieder unempfindlich gegenüber den Allergieauslösern. Den besten Erfolg hat die Behandlung, wenn sie frühzeitig begonnen wird. Rabe: "Bei Verdacht auf eine Alternaria-Allergie sollte man zu einem Arzt gehen, der auf die Behandlung von Allergien spezialisiert ist. Der Nachweis einer Allergie gegen Alternaria ist nicht immer einfach, deshalb hilft es dem Arzt, wenn die Betroffenen sich in einem Kalender notieren, an welchen Tagen die allergischen Beschwerden aufgetreten sind." Bei Alternaria-Allergikern kommt es zu Beschwerden, wenn mehr als 100 Sporen pro Kubikmeter Luft vorhanden sind. Sehr empfindliche Allergiker reagieren auch schon bei geringeren Sporenkonzentrationen, wie sie ab Mai auftreten können. Leider wird Alternaria in den Pollenflugvorhersagen bisher kaum berücksichtigt. 

 
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