Pressearchiv

12.06.2004 Massiver Birkenpollenflug ließ viele niesen und husten


Dieses Jahr kam es Mitte April zu einem extrem starken Flug von Birkenpollen. Die Universitätsklinik Bergmannsheil in Bochum meldete dem Deutschen Wetterdienst für die Pollenflugvorhersage an mehreren Tagen eine Konzentration von über 5.000 Birkenpollen pro Kubikmeter Luft. "Wir haben in diesem Jahr eine zehnmal so hohe Belastung mit Birkenpollen wie 2003 verzeichnet. Es kamen noch nie so viele Birkenpollenallergiker in unsere Behandlung. Viele hatten zum ersten Mal Heuschnupfen oder sogar allergisches Asthma", berichtet Professor Dr. Gerhard Schultze-Werninghaus, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) aus Bochum. Birken blühen alternierend jedes zweite Jahr besonders stark. Dieses Jahr ist für die Birken ein Mastjahr. Die Freisetzung der Birkenpollen wurde zudem durch die weitgehend sonnige und trockene Wetterlage im April begünstigt. 

Bei Pollenallergie zum Allergologen
Eine Allergie auf Birkenpollen äußert sich durch einen allergischen Schnupfen (Heuschnupfen). Dabei kann es auch zu geröteten, juckenden Augen kommen. Bei Heuschnupfenkranken lassen sich zudem entzündliche Vorgänge in den Bronchien nachweisen - die Vorstufe für ein Asthma bronchiale. "Wenn Symptome wie Husten, pfeifende Atmung oder Luftnot auftreten, müssen die Alarmglocken klingeln. Das sind Zeichen für Asthma", sagt der Lungenfacharzt und Allergologe Schultze-Werninghaus. Er empfiehlt Pollenallergikern einen auf Allergien spezialisierten Arzt aufzusuchen, damit geprüft wird, ob die Allergie mit einer spezifischen Immuntherapie (SIT) behandelt werden kann. Diese Behandlung hat eine Erfolgsrate von 90 Prozent und setzt als einzige Therapie an den Ursachen der Erkrankung an: Durch Injektionen kleiner Mengen des Allergens wird das Immunsystem der Patienten an die Allergie auslösende Substanz gewöhnt. Die Allergiker reagieren unempfindlicher auf die Pollen, sie haben oft schon in der nächsten Pollensaison weniger Symptome und brauchen nicht mehr so viele Medikamente. "Früher hat man eine spezifische Immuntherapie meistens erst gemacht, wenn die Allergiebeschwerden mit Medikamente nicht in den Griff zu bekommen waren. Heute weiß man, dass die Therapie am besten hilft, wenn die Pollenallergie noch nicht so lange besteht. Je länger man wartet, desto schlechter sind die Erfolge", so Schultze-Werninghaus.

Immuntherapie kann Asthma heilen
Die SIT - auch Hyposensibilisierung oder Allergie-Impfung genannt - wird zur Behandlung von Heuschnupfen schon seit Jahrzehnten eingesetzt. Es ist aber auch die einzige Therapie, mit der die Chance besteht, Asthma zu heilen. Das sagte Professor Dr. Karl-Christian Bergmann auf einem Kongress der Deutschen Lungenfachärzte im Februar 2004 in Frankfurt. Die SIT bewirkt, dass die Bronchien nicht mehr überempfindlich auf Allergene reagieren und bekämpft daher die Ursache von allergischem Asthma. Eine 2004 veröffentlichte schwedische Studie zeigte, dass die Immuntherapie mit molekular standardisierten Allergen-Präparaten außerdem entzündungshemmend wirkt. Wie Bergmann erläuterte, ist die Therapie jedoch nicht geeignet für die Behandlung von nicht-allergischem oder schwerem Asthma und bei Patienten, die gegen sehr viele verschiedene Allergene sensibilisiert sind.

  • Arvidsson MB, Löwhagen O, Rak S: Allergen specific immunotherapy attenuates early and late phase reactions in lower airways of birch pollen asthmatic patients: a double blind placebo-controlled study. Allergy 2004;59:74-80


Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten.

Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:
Pressekontakt ÄDA / DGAI
Dr. Petra von der Lage
Bodelschwinghstraße 17
22337 Hamburg
Tel.: 0 40 / 50 71 13 30
Fax: 0 40 / 59 18 45


INTERNER BEREICH

Mitglied werden

Aufnahmeantrag [PDF]
Satzung

Allergo-Journal

Online-Archiv

Das Allergo Journal ist Organ des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen. Der Bezug des Journals ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.