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23.01.2003 Neue internationale Studie stützt Hygiene-Hypothese


Geschwister schützen vor Allergien, nicht aber vor Asthma
Kinder mit vielen Geschwistern haben seltener Heuschnupfen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die von Cecilie Svanes und Mitarbeitern des Haraldsplass Hospitals in Bergen, Norwegen, durchgeführt wurde. Die Forscher hatten mehr als 18.500 Erwachsene aus 36 Ländern zu den Lebensbedingungen in ihrer Kindheit befragt und bei fast 14.000 das Blut auf spezifische Antikörper gegen Allergene aus Pollen, Tierhaaren und Hausstaubmilben untersucht. Sie stellten außerdem fest, dass Einzelkinder, die einen Kindergarten besuchten und dadurch häufig mit anderen Kindern in Kontakt kamen, ebenfalls seltener an Heuschnupfen erkrankten. Bei Kindern mit Geschwistern ließ sich das Heuschnupfen-Risiko durch einen Kindergartenbesuch jedoch nicht weiter senken.

"Dass ein früher Kontakt mit anderen Kindern das Risiko für Heuschnupfen senkt, liegt wahrscheinlich daran, dass die Kinder durch eine gegenseitige Ansteckung häufiger Infektionen durchmachen. Bakterien oder bakterielle Produkte als Allergieschutz werden bereits im Rahmen der Hygiene-Hypothese diskutiert", erläutert der Allergologe Professor Dr. Thomas Fuchs, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA). "Das Immunsystem benötigt anscheinend ein frühzeitiges Training durch ungefährliche Keime. Sonst reagiert es später überempfindlich auf harmlose Bestandteile unserer Umwelt wie Pollen, Tierhaare und Hausstaubmilben." So erkranken beispielsweise Kinder von Landwirten, die im Stall häufigen Kontakt zu Bakterien haben, viel seltener an Heuschnupfen als Stadtkinder bzw. Kinder ohne Stallaufenthalt.

Während in der norwegischen Studie das Heuschnupfen-Risiko umso geringer war, je mehr Geschwister ein Kind hatte, stieg das Risiko für Asthma jedoch bei Kindern mit mehr als zwei Geschwistern an. Auch Kinder, die bereits vor dem fünften Lebensjahr den Kindergarten besuchten, hatten häufiger Asthmasymptome. Daraus folgern die Wissenschaftler, dass Bakterien zwar auf immunologischem Wege das Heuschnupfen-Risiko senken, durch die Infektionen aber auch die Lungen geschädigt werden können.

  • Svanes, C. et al., Thorax 57:945-950, 2002..

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