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20.06.2004 Olympiateilnehmer kämpfen auch gegen Pollen und Sporen


Vom 13. bis 29. August 2004 werden in Griechenland 16.000 Athleten um das begehrte olympische Gold kämpfen. Jeder vierte Olympionike muss jedoch befürchten, dass er keine Höchstleistung erbringen kann, weil er unter Heuschnupfen oder Asthma leidet. Diese allergischen Atemwegserkrankungen werden im Sommer vor allem durch Blütenpollen und Schimmelpilzsporen ausgelöst. In Deutschland haben bis zu 24 Prozent der Erwachsenen einen vom Arzt diagnostizierten Heuschnupfen und bis zu vier Prozent allergisches Asthma. Damit liegt Deutschland international im Mittelfeld. Die Häufigkeit allergischer Atemwegserkrankungen beträgt in anderen Ländern bis zu 41 Prozent für Heuschnupfen und bis zu 12 Prozent für allergisches Asthma. (1) Auslöser sind bei 85,9 Prozent der Erkrankten Pollen und bei 13,5 Prozent Schimmelpilz-Sporen. (2)

Aktuelle Pollenflugvorhersage zur Olympiade in Griechenland
Für die etwa 4.000 Athleten, die nicht nur gegen die Stoppuhr, sondern auch mit einer allergischen Atemwegserkrankung kämpfen, ist es sehr wichtig zu wissen, wann welche Pollen oder Sporen an den Austragungsorten der Wettkämpfe durch die Luft fliegen. Die Aristoteles Universität in Thessaloniki hat aus diesem Grund zu den Olympischen Spielen 2004 in Griechenland die umfangreiche Internetseite www.aeroallergen.gr erstellt. Darin informiert die Universität über den Pollenflug der weltweit zehn wichtigsten in der Außenluft vorkommenden Allergene an den Austragungsorten Athen, Thessaloniki und Heraklion auf Kreta. So können sich die Sportler und ihre Betreuer täglich über die zu erwartende Pollen- und Sporen-Belastung informieren. Während der Wettkämpfe im August ist vor allem mit dem Flug von Gänsefuß- und Traubenkrautpollen sowie Sporen der Schimmelpilze Alternaria und Cladosporium zu rechnen. In Heraklion wird auch noch ein mäßiger Gräserpollenflug erwartet. (3)

Wichtig bei Allergien und Asthma: fachärztliche Behandlung
"Heuschnupfen und allergisches Asthma müssen frühzeitig von einem Facharzt mit allergologischer Zusatzausbildung behandelt werden", sagt Professor Gerhard Schultze-Werninghaus, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI). Mit den heute zur Verfügung stehenden Medikamenten bekommen die Betroffenen ihre Beschwerden gut in den Griff. Langfristig lassen sich allergische Atemwegserkrankungen nur durch eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) mit molekular standardisierten Allergen-Präparaten bessern oder sogar heilen. Schultze-Werninghaus: "Die Hyposensibilisierung ist die einzige ursächliche Behandlung von Atemwegsallergien. Die Wirkung hält noch Jahre nach Therapieende an. Voraussetzung für einen optimalen Behandlungserfolg ist ein möglichst frühzeitiger Therapiebeginn und eine sichere Diagnostik der auslösenden Allergene." Eine Hyposensibilisierung bessert die Beschwerden und senkt auch den Bedarf an antiallergischen und antiasthmatischen Medikamenten. Deshalb könnte sie bei asthmakranken Athleten die Dopingdebatte entschärfen. Denn einige Asthmamedikamente sind für Sportler in Wettkämpfen nicht unproblematisch, da sie dem Dopingverbot unterliegen. Erlaubt für Wettkämpfer sind entsprechend einer Klassifizierung der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) nur vier Wirkstoffe zur Inhalation: Formoterol, Salmeterol, Salbutamol oder Terbutalin. Die Nationale Antidoping Agentur (NADA) in Bonn erklärt, dass ein Wettkampfteilnehmer für die Inhalationstherapie mit diesen Wirkstoffen einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung stellen und den Nachweis seiner Erkrankung durch eine Lungenfunktionsuntersuchung mit und ohne Medikamente belegen muss. Auch die Inhalation von Kortison ist anzeigepflichtig. (4)

  1. Weißbuch Allergie in Deutschland. Ring J, Fuchs T, Schultze-Werninghaus G (Hrsg.), München: Urban & Vogel; 2. Auflage, 2003
  2. Bergmann KC, Albrecht G, Fischer P: Atemwegsallergiker in Deutschland. Ergebnisse der Studie Allergy - Living & Learning. Allergologie 2002;3:137-146
  3. Gioulekas D, Damialis A, Papakosta D, Syrigou A, Mpaka G, Saxoni F, Patakas D: 15-year aeroallergen records. Their usefulness in Athens Olympics, 2004. Allergy 2003;58:933-8
  4. www.nada-bonn.de/DEUTSCH/AKTUELL/zur_Behandlung.htm

Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten.Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:Pressekontakt ÄDA / DGAIDr. Petra von der LageBodelschwinghstraße 1722337 HamburgTel.: 0 40 / 50 71 13 30Fax: 0 40 / 59 18 45

 


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