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29.07.2002 Nahrungsmittelallergien unterm Tannenbaum


Auch Weihnachtsgebäck kann Allergien auslösen 
Zur Weihnachtszeit locken wieder leckere Süßigkeiten und Schlemmereien. Nahrungsmittelallergiker sollten bei der Auswahl ihres Weihnachtsgebäcks jedoch vorsichtig sein. Eine unbedachte Nascherei kann bei Ihnen starke allergische Reaktionen auslösen.

Menschen, die auf Nahrungsmittel allergisch reagieren, sollten die für sie relevanten Allergene meiden. Bei einer Allergie auf bestimmte Getreidesorten muss man unter Umständen die Finger von Weihnachtsgebäck lassen, in dessen Zutatenliste Weizen, Vollkorn, Bindemittel, Stärke oder Semmelbrösel vorkommen. Nuss-Allergiker sollten vor Mandelbrot, Walnussbuchteln oder Haselnussplätzchen auf der Hut sein. Nüsse sind wichtige Zutaten der Weihnachtsbäckerei, leider aber auch sehr bedeutende Nahrungsmittelallergene. Wer auf Nüsse und Mandel allergisch reagiert, sollte daran denken, dass Marzipan Mandeln und Pistazien enthält und Nugat aus Haselnüssen oder Mandeln hergestellt wird. 

Der Rat, die Allergieauslöser zu meiden, ist oft nicht leicht zu befolgen. Das gilt besonders, wenn die allergieauslösenden Stoffe versteckt in Nahrungsmittel vorkommen. Nicht deklariertes Sellerie in Gewürzmischungen oder Erdnüsse in Lebensmittel können bei einigen Patienten heftige allergische Reaktionen auslösen, die sogar lebensbedrohlich sein können. Der Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) und die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) halten deshalb auf EU-Ebene eine Richtlinie über Höchstmengen an Allergenen in Nahrungsmitteln für dringend erforderlich. Der Zusatz von Allergieauslösern in Nahrungsmitteln wie Nüsse, Erdnüsse, Sellerie, Soja, Erbsen und Milch sollte unbedingt gekennzeichnet sein. Ein Änderungsvorschlag der EU-Richtlinie zur Kennzeichnung von Lebensmittel wird momentan in Brüssel diskutiert. Demnach wären zukünftig alle verwendeten Zutaten von Lebensmitteln auf dem Etikett anzugeben. Doch ein Restrisiko bleibt durch Verunreinigungen: So können beispielsweise bei der Herstellung von Schokolade Nuss-Allergene in eigentlich nussfreie Schokolade gelangen, wenn in den Maschinen vorher Nusschokolade hergestellt wurde.

"Wer nach dem Essen bestimmter Nahrungsmittel allergische Symptome verspürt, sollte einen allergologisch ausgebildeten Facharzt aufsuchen", rät Professor Thomas Fuchs, Präsident des ÄDA. Allergologen können herausfinden, auf welche Stoffe man allergisch reagiert und eine Therapie einleiten. Allergiker, die bereits einmal mit sehr heftigen Symptomen auf bestimmte Nahrungsmittel reagiert haben, sollten ein Notfallset mit antiallergischen Medikamenten bei sich tragen.

Übrigens: Auch viele Pollenallergiker können durch bestimmte Weihnachtsplätzchen allergische Reaktionen bekommen. Verantwortlich dafür sind so genannte Kreuzallergien: Die Pollenallergene gleichen in ihrer Struktur bestimmen Eiweißen in Nahrungsmitteln. Ist das Immunsystem auf eine Pollenart sensibilisiert, reagiert es auch beim Kontakt mit strukturähnlichem Eiweiß anderer Pflanzen. Kreuzallergien können bei Erlen-, Birken- und Haselpollen-Allergiker durch den Verzehr von Mandeln, Hasel- oder Walnüssen und Nougat entstehen. Auf bestimmte Weihnachtsgewürze wie Anis, Zimt oder Koriander können Beifuss-Allergiker allergisch reagieren und bei einer Allergie auf Gräser können Kreuzreaktionen mit Weizenmehl oder Erdnüssen auftreten. Eine spezifische Immuntherapie (Hyosensibilisierung) mit molekular standardisierten Präparaten, die bei bis zu 90 Prozent der Heuschnupfen-Patienten wirkt, kann auch eine Kreuzallergie bessern.

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