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29.07.2002 Dresdner Manifest der Allergologenverbände fordert Politiker heraus


Drei Viertel der Kinder mit allergischen Symptomen ohne ärztliche Diagnose
Allergien werden besonders bei Kindern häufig zu selten oder zu spät diagnostiziert und behandelt. Das haben bereits mehrere Studien aus Deutschland ergeben und das wurde nun von einer aktuellen Studie an Einschulungskindern erneut bestätigt (1). "Etwa bei drei Viertel unserer ABC-Schützen mit Asthmabeschwerden oder allergischem Schnupfen ist die Grunderkrankung nicht vom Arzt festgestellt worden", erläutert Dr. Uta Rabe vom Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA). Die Allergologin aus Treuenbrietzen sieht darin ein großes Problem: "Ohne ärztliche Diagnose bekommen die kranken Kinder natürlich keine adäquate Behandlung. Die frühzeitige fachärztliche Therapie ist aber bei Allergien sehr wichtig." Heuschnupfen und allergisches Asthma können mit einer spezifischen Immuntherapie dauerhaft gebessert und eine Verschlimmerung der Erkrankung verhindert werden. Gerade bei Kindern ist das rechtzeitige Erkennen und Behandeln allergischer Atemwegserkrankungen daher von großer Wichtigkeit.

Vertreter des ÄDA, der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI), der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) sowie des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) haben im September 2002 auf dem Kongress des ÄDA in Dresden gemeinsam das "Dresdner Manifest" vorgestellt. Die Fachgesellschaften und Verbände fordern darin die Politik zum sofortigen Handeln auf: Durch die schnelle Umsetzung eines Sofort-Programms sollen die Mängel in der Versorgung allergiekranker Menschen in Deutschland endlich wirkungsvoll bekämpft werden. "Schwerpunkte unserer Forderungen sind die Früherkennung von Allergien und Asthma in Kindergärten und Schulen, der verstärkte Einsatz der spezifischen Immuntherapie gemäß den Empfehlungen der WHO sowie eine breite Aufklärung der Öffentlichkeit," erklärte Professor Dr. Thomas Fuchs, der Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen, auf dem Kongress in Dresden.

In Zeiten knapper Kassen sind viele gesundheitspolitische Forderungen nur schwer durchzusetzen. Das im "Dresdner Manifest" vorgelegte Sofort-Programm enthält daher Vorschläge, die kurzfristig bezahlbar sind und bereits mittelfristig zu Einsparungen führen werden. "Erschreckende Zahlen, wie sie von wissenschaftlichen Studien immer wieder über die Unterversorgung allergiekranker Kinder aufgedeckt werden, sollten bei den uns heute zur Verfügung stehenden medizinischen Möglichkeiten wirklich der Vergangenheit angehören", so ÄDA-Präsident Professor Fuchs.

  • Ellsäßer, G., Diepgen, T.L.: Atopische Erkrankungen und soziale Lage bei Einschulungskindern im Land Brandenburg. 
    Trendanalyse 1994-2000. 
    Monatsschr Kinderheikd 150:839-847, 2002.

Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten.

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