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29.07.2002 Katzenallergenen kann man nicht entkommen


Katzenallergene finden sich in Schulen in so hoher Konzentration, dass Schüler, die nie oder nur selten Kontakt mit Katzen haben, an einer Katzenallergie erkranken können. Das ergab eine Untersuchung unter der Leitung von Dr. Joachim Heinrich vom GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg an 1.900 Schulkindern. Die meisten Kinder (62 Prozent), bei denen die Forscher einen positiven Allerige-Test auf Katzenallergene feststellten, waren bisher nie oder nur sehr selten mit Katzen in Berührung gekommen. Da man den Katzenallergenen nicht entkommen kann, reicht es nicht aus, Katzen aus der Wohnung zu verbannen, wenn bereits allergische Symptome bestehen. 

Katzenallergiker reagieren auf bestimmte Eiweiße im Speichel der Katzen mit Niesanfällen, Augenjucken und Atemnot. Die Tiere verteilen die Allergieauslöser durch eifriges Putzen auf ihr Fell. Die allergenbelasteten Haare werden von den Katzenbesitzern an alle möglichen Orte getragen, auch an solche, an denen noch nie eine Katze war. Die Wahrscheinlichkeit, sich mit Katzenallergenen zu sensibilisieren, war in der Untersuchung des GSF-Forschungszentrums tatsächlich bei den Kindern besonders hoch, die viele Katzenhalter als Mitschüler hatten. Im Schulstaub um die Schreibpulte von Kindern, die mit einer Katze zusammenleben, wurden sehr hohe Konzentrationen an Katzenallergenen gefunden.

Immuntherapie hilft langfristig bei einer Allergie auf Katzen
Katzenallergiker sollten auf keinen Fall selbst eine Katze halten, damit die Allergenbelastung in der Wohnung möglichst gering bleibt. Es genügt auch nicht die eigene Katze abzuschaffen. Da die Patienten durch Freunde, Schulkameraden und Kollegen, die Katzen zu Hause haben, ständig mit dem Allergieauslöser in Kontakt bleiben, muss die Allergie ärztlich behandelt werden. Bei Verdacht auf eine Katzenallergie sollte ein allergologisch ausgebildeter Facharzt aufgesucht werden. Durch eine spezifische Immuntherapie mit molekular standardisierten Allergen-Präparaten kann die Allergie langfristig gebessert oder sogar geheilt werden. Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) lässt das Immunsystem wieder toleranter gegenüber den Allergieauslösern werden und kann außerdem vor Asthma schützen. Der Asthmaschutz durch Immuntherapie ist für Katzenallergiker besonders wichtig: Der Kinderarzt Professor Bruce Lanphear aus Cincinnati (USA) hat in einer Untersuchung an über 8.000 Kindern festgestellt, dass bei Kindern mit einer Tierhaar-Allergie das Asthmarisiko um das 24-fache erhöht ist.

 

  • Heinrich, J. et al.: Allergic sensitization owing to 'second-hand' cat exposure in schools. 
    Allergy 57 (4): 357-61, 2002.
  • Lanphear, B. et al.: Residential Exposures Associated With Asthma in US Children.
    Pediatrics 107 (3): 505-511, 2001.

Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten.

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