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29.05.2002 Ergebnisse einer großen europäischen Bevölkerungsbefragung


Allergiekranken in Deutschland könnte es viel besser gehen
Allergiekranke Menschen sind erheblich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Das ergab die europaweite Studie "Allergy - Living & Learning" an über 7.000 Patienten mit einer Atemwegsallergie. Deutscher Studienleiter war Professor Karl-Christian Bergmann, Allergie- und Asthmaklinik in Bad Lippspringe und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI). Bei der Auswertung der für Deutschland relevanten Ergebnisse dieser größten europaweiten Bevölkerungsbefragung kamen Mängel in der Diagnostik und Therapie von Allergiekranken zu Tage.

Zwar hatte bei über 90 Prozent der etwa 1.000 deutschen Studienteilnehmer ein Arzt die Atemwegsallergie diagnostiziert, doch nur bei 85 Prozent wurde auch ein Allergietest zur Bestätigung der Diagnose eingesetzt. Prof. Bergmann sieht hier eine nicht zu akzeptierende Lücke in der Allergiediagnostik, denn eine wirksame antiallergische Therapie ist nur im Anschluss an eine aussagekräftige Allergietestung möglich.

Nur ein geringer Teil der Patienten erhielt eine spezifische Immuntherapie
Die Studie hat größere Defizite in der Behandlung von Allergiekranken aufgedeckt. Die Therapie von Allergien stützt sich nach Angaben der DGAI auf drei Säulen: Meidung der Allergene, spezifische Immuntherapie und antiallergische Medikamenten. Nur ein Viertel der Befragten ergriff Maßnahmen, um den Auslösern der Allergie aus dem Wege zu gehen. Die einzige kausale Therapie gegen Allergien, die spezifische Immuntherapie, erhielten nur 16 Prozent der Patienten - obwohl knapp 30 Prozent Interesse an dieser Behandlung zeigten. "Hier besteht eindeutig Aufklärungsbedarf. Die Immuntherapie kann nämlich nicht nur die bestehenden Symptome langfristig bessern, sondern auch Asthma und Sensibilisierungen gegen immer neue Allergene vorbeugen" stellt Professor Bergmann fest.

Antiallergische Medikamente nahmen über 80 Prozent der Befragten ein, überwiegend jedoch nur bei Bedarf. Etwa 14 Prozent der Patienten versuchten, eine Linderung durch alternative Heilmethoden zu erreichen, weil sie mit der Schulmedizin nicht zufrieden waren. "Allergien werden immer noch unterschätzt und die Problematik einer Ausweitung der Erkrankung bei unzureichender Therapie nicht erkannt", so Professor Bergmann. 

Allergiker leiden unter einer eingeschränkten Lebensqualität
"Richtig alarmierend sind die Studienergebnisse hinsichtlich der Lebensqualität", stellt Bergmann fest. "Trotz der ärztlich verordneten Medikamente leiden viele Patienten erheblich unter ihrer Allergie." Immerhin gaben etwa 90 Prozent der Befragten eine moderate (69,7 Prozent) oder starke (20 Prozent) Einschränkung im Alltagsleben an. Besonders bei körperlichen Aktivitäten und im Berufsleben sind Allergiekranke deutlich beeinträchtigt. Das muss aber nicht so sein. Allergologen wie Professor Bergmann weisen darauf hin, dass bei richtiger Behandlung kein Patient unter seiner Allergie leiden muss. "Zu wenige Patienten lassen sich von einem allergologisch ausgebildeten Facharzt behandeln. Die Allergie kann sich dann verschlimmern und aus Heuschnupfen kann Asthma werden", betont Professor Bergmann die Wichtigkeit einer fachärztlichen Behandlung. Er empfiehlt allergiekranken Menschen, nicht auf neue Wunderwaffen gegen Allergien zu warten, denn der Schulmedizin stünden bereits wirksame Mittel gegen Heuschnupfen und Asthma zur Verfügung. "Vor allem durch die spezifische Immuntherapie mit molekular standardisierten Allergenen kann die Lebensqualität von Atemwegsallergikern langfristig verbessert werden."

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