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29.05.2002 Unbeschwerte Urlaubszeit


Allergiker auf Reisen
Die einen denken an Sonne, Strand und Scampiessen am Meer, die anderen an rote Bläschen auf der Haut, Juckreiz und Luftnot. Urlaub ist eigentlich die schönste Zeit des Jahres - doch für viele Menschen auch die schlimmste. Denn ungewohntes Klima, nicht erwarteter Pollenflug, Schimmelpilz-, Tierhaar- und Milbenbelastung im Hotel, starke Sonneneinstrahlung und exotische Lebensmittel machen vielen Allergikern Probleme. Für manche bedeuten sie sogar Lebensgefahr. Während die meisten Menschen ihren Urlaub sorglos planen, müssen Allergiker einen Schlachtplan entwerfen.

Je nachdem, ob sie an Sonnen- oder Nahrungsmittelallergie, Heuschnupfen oder anderen Allergien leiden, stellen die Betroffenen ganz unterschiedliche Anforderungen an Klima, Unterkunft und Essen. Deshalb gibt es kein günstiges Urlaubsziel für alle Allergiker. Hausstaubmilbenallergiker fühlen sich im trockenen und kühlen Hochgebirgsklima am wohlsten, da es ab 1.500 Metern Höhe kaum mehr Hausstaubmilben gibt. Pollenallergiker lässt der Nordwestwind an der Nordsee besser durchatmen, weil die Allergieauslöser von der Küste weggeweht werden. Generell sollten die Betroffenen Urlaubsgebiete bevorzugen, in denen Pollen bereits nicht mehr fliegen oder vegetationsbedingt gar nicht erst vorkommen. Den Pollenflug in der Urlaubsregion kann man in internationalen Pollenkalendern überprüfen. Patienten mit Asthma können ihren Urlaub im trockenen und milden Schonklima auf den Balearen und Kanaren am besten genießen. Doch nicht nur die Auswahl des Urlaubsortes ist für Menschen mit Allergien häufig problematisch. Auch An- und Abreise - ob mit der Bahn, dem Zug, dem Flugzeug oder dem Auto - müssen sorgfältig geplant werden. So sollten Pollenallergiker in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden starten, wenn sie in der Pollensaison mit dem Auto in den Urlaub fahren wollen. Flugzeug und Bahn bergen Risiken durch Tierhaare auf den Polstern und die Verteilung von Allergieauslösern über Klimaanlagen.

Sonnenallergiker sollten für die Zeit am Urlaubsort ihre bewährten Hautpflegeprodukte und Sonnencremes mit entsprechend hohen UVA-Filtern von zu Hause mitnehmen. So schützen sie sich vor fremden Inhaltsstoffen, die ihr Körper nicht verträgt. Patienten mit Allergien gegen Tierhaare, Schimmelpilze oder Hausstaubmilben sollten vor dem Reiseantritt in Hotels nach Allergikerzimmern fragen. Viele Unterkünfte bieten solche Räumlichkeiten an. Ansonsten helfen Allergiekranken auch schon Nichtraucherzimmer und sonnige, trockene, gut zu lüftende Räume ohne Klimaanlage. Auch ob Tiere im Hotel erlaubt sind, welchen Bodenbelag es in den Zimmern gibt und ob man eigenes Bettzeug und milbendichte Matratzenschutzhüllen mitbringen kann, lässt sich vorab telefonisch klären. Nahrungsmittelallergiker sollten sich vor der Reise über die einheimische Küche informieren. Viele Hotels bereiten für ihre Gäste auch spezielle Diäten zu. Am besten mieten sich Nahrungsmittelallergiker aber ein Appartement und kochen selbst, was ihnen schmeckt und keine allergischen Symptome verursacht. Wer im Restaurant ein unbekanntes Gericht bestellen möchte, sollte nach den Zutaten und Inhaltsstoffen fragen. Denn eine Paella kann für Menschen mit einer Fischallergie lebensgefährlich sein.

"Jeder Allergiker sollte sich vor einer geplanten Urlaubsreise von einem allergologisch ausgebildeten Facharzt untersuchen und individuell beraten lassen," rät Professor Thomas Fuchs, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen. Der Arzt könne dann auch die notwendigen Medikamente in ausreichender Menge verordnen. Außerdem sollte er aufschreiben, unter welchem Namen die Arzneimittel notfalls auch am Urlaubsort zu bekommen sind. Patienten mit Medikamentenallergien sollten ihren Allergiepass in der Reisezeit immer bei sich haben und ihn gegebenenfalls vor dem Urlaub von ihrem Arzt in Englisch formulieren lassen. "Ganz wichtig für jeden Allergiker auf Reisen ist, dass er seine Medikamente jederzeit zur Hand hat," betont Professor Fuchs. "Sie gehören also in die Handtasche und nicht ins Reisegepäck." Patienten mit einer starken Allergie auf bestimmte Nahrungsmittel und Insektengiftallergiker sollten stets ein Notfallset bei sich tragen. So ist schnelle Hilfe möglich, falls es aufgrund einer starken allergischen Reaktion zu heftigen Symptomen oder sogar zu einem Schock kommt.

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