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29.05.2002 ARIA Initiative sieht engen Zusammenhang bei Atemwegsallergien


Heuschnupfen und Asthma: zwei Krankheiten, eine Ursache
Internationale Allergiespezialisten haben in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Einfluss der allergischen Rhinitis (Heuschnupfen) auf das Asthma deutlich gemacht. Im Rahmen der so genannten ARIA (Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma) Initiative soll das Wissen über allergische Atemwegserkrankungen weltweit auf den neuesten Stand gebracht und die Diagnose und Behandlung verbessert werden.

Die Experten der ARIA Initiative weisen darauf hin, dass Heuschnupfen und ganzjähriger allergischer Schnupfen ein globales Gesundheitsproblem darstellen. Weltweit seien mindestens 10 bis 25 Prozent der Bevölkerung betroffen, Tendenz steigend. Zudem habe die Forschung in den letzten Jahren gezeigt, dass allergischer Schnupfen meistens nicht auf die oberen Atemwege begrenzt ist, sondern in einem engen Zusammenhang mit Asthma steht. Mindestens 70 Prozent der Asthmakranken leiden zusätzlich an allergischem Schnupfen. Bei etwa 40 Prozent der Heuschnupfen-Patienten steigt die Erkrankung im Laufe von acht Jahren in die Bronchien hinab ("Etagenwechsel"). Es kommt bei ihnen zum Asthma bronchiale. Sowohl beim Asthma wie auch beim allergischen Schnupfen ist eine ähnlich verlaufende allergische Gewebsentzündung feststellbar.

Die Erkenntnis, dass Heuschnupfen und Asthma so eng zusammenhängen, hat Auswirkungen auf die Behandlungskonzepte der Mediziner. Professor Thomas Fuchs, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA) aus Göttingen: "Wir wissen heute, dass eine rechtzeitig einsetzende spezifische Immuntherapie bei allergischen Atemwegserkrankungen wichtig ist, um das Immunsystem wieder toleranter gegen die Allergieauslöser zu machen." Eine Besserung der Allergie sei meist schon im ersten Behandlungsjahr spürbar.

Die ursächliche Behandlung mit einer spezifischen Immuntherapie ("Allergie-Impfung") stimmt das Immunsystem langfristig um. Die etwa dreijährige Behandlung mit molekular definierten Allergenen bessert bei bis zu 90 Prozent der Behandelten die Allergie. Darüber hinaus wird das Asthmarisiko gesenkt. Empfohlen wird die Therapie schon bei Kindern ab fünf Jahren. Dies ist von großer Bedeutung, da die Allergieraten bei Kindern besonders alarmierend sind. Bereits 15 Prozent aller Einjährigen und schon 30 Prozent aller Elfjährigen haben irgendeine Form von Allergie.

Rechtzeitige Immuntherapie vor allem bei allergiekranken Kindern wichtig Eine rechtzeitige Behandlung mit der spezifischen Immuntherapie ist in vielen Fällen die einzige Möglichkeit, das Fortschreiten der Erkrankung vom Heuschnupfen zum Asthma oder vom allergischen zum unspezifischen Asthma zu verhindern. Diese präventive Wirkung der Immuntherapie ist Anfang 2002 in der so genannten PAT-Studie (Preventive Allergy Treatment) an Kindern mit Heuschnupfen erstmals wissenschaftlich exakt belegt worden. In der PAT-Studie wurde der Krankheitsverlauf von 205 Kindern mit einer Allergie auf Gräser- oder Birkenpollen untersucht. Nach drei Jahren war das Asthmarisiko der mit Immuntherapie behandelten Kinder deutlich reduziert im Vergleich zu den Kindern, die nur Medikamente erhalten hatten. Außerdem traten bei Kindern, die zu Studienbeginn bereits unter leichtem Asthma litten, nach der Allergie-Impfung deutlich weniger Symptome während der Pollensaison auf.

Die Experten der ARIA Initiative empfehlen die Immuntherapie, sobald ein allergischer Schnupfen länger als insgesamt vier Wochen im Jahr besteht, auch bei nur leichten Symptomen. Professor Fuchs: "Zwingende Voraussetzung für den Behandlungserfolg ist allerdings eine fachärztliche Diagnostik." Er rät allen, die in diesem Jahr unter Heuschnupfen leiden, spätestens im Herbst nach Ende der Pollensaison einen Allergietest bei einem allergologisch ausgebildeten Facharzt machen zu lassen. Nur so kann rechtzeitig vor der nächsten Pollensaison mit der Immuntherapie begonnen werden.

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