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29.10.2001 Sachverständigenrat des Bundesgesundheitsministeriums legt Gutachten vor


Gravierende Mängel in der Asthmatherapie
Ein vom Bundesministerium für Gesundheit bestellter Sachverständigenrat, der die Aufgabe hat, die Entwicklung der gesundheitlichen Versorgung in Deutschland zu analysieren, stellte in seinem jüngsten Gutachten erhebliche Mängel in der Versorgung von Asthmapatienten fest. Bereits im Jahr 2000 hatten der Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) und die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) im "Weißbuch Allergie in Deutschland 2000" auf die medizinische Unterversorgung von Menschen mit allergischen Atemwegserkrankungen hingewiesen und ein Sofortprogramm zur Bekämpfung von Allergien vorgestellt.

Der Sachverständigenrat bemängelte, dass präventive Maßnahmen wie die Patientenaufklärung zur Senkung des Allergierisikos nur in ungenügendem Maße ergriffen würden. Auch in der Diagnostik und Therapie von Asthma stellte der Sachverständigenrat Mängel fest. So gebe es sichere Hinweise darauf, dass die spezifische Immuntherapie zu wenig und zu spät genutzt werde, obwohl mit dieser Behandlung das Risiko zusätzlicher Sensibilisierungen und die Verschlechterung der Beschwerden reduziert sowie die Behandlungskosten gesenkt werden könnten. Zu wenige Asthmapatienten erhielten auch eine antientzündliche Basistherapie mit Kortisonspray, dagegen würden andere Medikamente oft zu häufig oder nicht entsprechend den Therapie-Leitlinien verordnet.

Professor Dr. Dr. Johannes Ring (DGAI) und Dr. Josef Wenning (ÄDA) haben im "Weißbuch Allergie in Deutschland 2000" ebenfalls darauf hingewiesen, dass allergie- und asthmakranke Patienten in Deutschland unterversorgt sind. Ohne rechtzeitige Behandlung durch einen allergologisch ausgebildeten Facharzt verschlimmern sich bei allergischen Erkrankungen aber die Symptome, das Allergenspektrum weitet sich aus und die Chancen einer erfolgreichen Behandlung nehmen ab. "Die Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen haben zu einem von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkten Qualitätsverlust in der Patientenversorgung geführt", stellte Wenning fest.

Ring und Wenning legten im Jahr 2000 ein Sofortprogramm vor, um die Versorgung von Patienten mit allergischen Atemwegserkrankungen zu verbessern. Ebenso wie der Sachverständigenrat des Bundesgesundheitsministeriums sehen auch die Allergie-Experten Handlungsbedarf vor allem in der Prävention und Aufklärung sowie in der adäquaten fachärztlichen Therapie und der Umsetzung von WHO-Empfehlungen.

  • Weißbuch Allergie in Deutschland 2000 (2000): Ring, J., Wenning, J. (Hrsg.) 
    für Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (DGAI), Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) und Deutsche Akademie für Allergologie und Umweltmedizin (DAAU), 
    Urban & Vogel Medien und Medizin Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München

Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten.

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Pressekontakt ÄDA / DGAI
Dr. Petra von der Lage
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