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06.07.2001 Allergie durch Sonnenstrahlen


Die Schattenseiten der Sonne
Sommerzeit ist Ferienzeit, und schönes Wetter mit möglichst viel Sonne ist für viele Menschen die beste Voraussetzung für einen gelungenen Urlaub. Doch wenn sich nach einigen Tagen auf der Haut ein schmerzender Sonnenbrand oder juckende Hitzepusteln zeigen, können die Sommerfreuden gründlich gedämpft werden. Ein Sonnenbrand klingt in der Regel nach wenigen Tagen wieder ab. Die Hitzepickel können jedoch den ganzen Urlaub erhalten bleiben, wenn auf das Sonnenbaden nicht verzichtet wird. Sie sind Zeichen einer Sonnenallergie.

"Die Unverträglichkeit von Sonnenlicht oder polymorphe Lichtdermatose ist nach dem Sonnenbrand die häufigste lichtbedingte Hauterkrankung. Bis zu 20 Prozent aller Menschen leiden darunter, und es werden zunehmend mehr", so Professor Erhard Hölzle aus Oldenburg vom Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA). Die Erkrankung tritt meist im Frühling und Sommer oder bei Urlaubsaufenthalten in sonnigen Regionen auf, wenn die Haut noch nicht an die Sonne gewöhnt ist. Die Hautreaktion zeigt sich erst Stunden oder Tage nach der intensiven Sonneneinstrahlung. Charakteristisch sind ein starker Juckreiz und Hautausschläge auf den sonnenbestrahlten Hautregionen wie Gesicht, Dekolleté oder Arme. Die Ausschläge sehen von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich (polymorph) aus: Es können erhobene, gerötete Hautbereiche, Quaddeln, Bläschen, Knötchen oder Plaques auftreten.

Von einer Sonnenallergie sind überwiegend junge Frauen betroffen. Die Gründe dafür sind noch unklar. Auch die Ursachen der Krankheit sind bisher nicht völlig geklärt. Durch noch nicht identifizierte Allergieauslöser in der Haut kommt es zu einer Immunreaktion. Wahrscheinlich spielen hierbei durch Sonneneinstrahlung entstehende freie Radikale der Zelle, die zu einer Entzündungsreaktion führen, eine wichtige Rolle. Gesichert ist, dass ultraviolette Strahlen des Sonnenlichts an der Krankheitsentstehung beteiligt sind. Verantwortlich sind die langwelligen UVA-Strahlen, die auch durch Glas dringen können. Deshalb kann beispielsweise auch im Auto eine polymorphe Lichtdermatose provoziert werden, da die Autofenster nur die Sonnenbrand auslösenden kurzwelligen UVB-Strahlen ausfiltern. Besonders hoch ist die UV-Belastung am Meer und im Gebirge.

Die Mallorca-Akne ist keine Sonnenallergie
Bei der sogenannten Mallorca-Akne kommt es zu ähnlichen Hauterscheinungen wie bei der polymorphen Lichtdermatose (Sonnenallergie). Sie ist jedoch keine Allergie, sondern das Ergebnis einer Reaktion zwischen dem UV-Licht der Sonne und den Mündungen der Talkdrüsen. Öle, Fette und Emulgatoren in Sonnenschutzpräparaten oder anderen Körperpflegemitteln können die Reaktion verstärken. Der Mallorca-Akne kann deshalb oft mit fett- und emulgatorfreien Sonnenschutzmitteln erfolgreich vorgebeugt werden.

Der wirksamste und einfachste Schutz vor Sonnenstrahlen ist Schatten. Wenn Urlauber wissen, dass sie auf Sonneneinstrahlungen mit Hitzepickeln reagieren, sollten sie ihre Haut während des Urlaubs besonders langsam an die Sonne gewöhnen. Diese "Abhärtung" kann durch die Einnahme von Betacarotin, Calcium oder Nikotinamid mit Folsäure unterstützt werden. Ein neues Prinzip zur Vorbeugung ist die Anwendung von Antioxidanzien in einer Creme mehrere Tage vor Antritt des Urlaubs. Im Urlaub sollte darüber hinaus ein fettfreies Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und besonders hohem UVA-Filter verwendet werden. Der Hautarzt Professor Hölzle empfiehlt, die Sonne auf jeden Fall zu meiden, wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen juckende Pickel und Pusteln auftreten: "In der Regel klingen die akuten Krankheitserscheinungen dann nach wenigen Tagen ab." Haben sich schwere Hautveränderungen entwickelt, ist der Gang zum Hautarzt unvermeidlich. Zur Linderung des Juckreizes kann die Einnahme von Antihistaminika wirkungsvoll sein. Gegen die Entzündung der Haut kann für kurze Zeit eine kortisonhaltige Creme oder Emulsion aufgetragen werden.

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