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14.02.2001 Allergiker sollten sich vom Facharzt beraten lassen


Allergische Schocks häufiger als bisher angenommen
Sabine S. greift auf der Party nach der Erdnussschale und isst ein paar der salzigen Leckereien. Plötzlich scheint sich ihre Kehle zuzuschnüren und sie ringt nach Luft. Ihr Herz rast, und sie wird bewusstlos. Nur durch das schnelle Eintreffen des Notarztes kann verhindert werden, dass es zu einem tragischen Ende kommt. Was ist passiert? Bei einigen Menschen kann es schon durch winzige Mengen eines allergieauslösenden Stoffes zu einer heftigen allergischen Reaktion, einem sogenannten anaphylaktischen Schock, kommen. Typische Symptome sind Schwellungen, Hautrötungen, Atemnot und Herz-Kreislauf-Probleme. Treten solche Symptome beispielsweise nach einem Bienenstich oder nach dem Essen auf, muss sofort ein Arzt gerufen werden, warnt der Ärzteverband Deutscher Allergologen, denn bei den Patienten besteht die Gefahr, durch Kreislaufversagen oder an Atemnot zu sterben.

 

Häufigste Ursache für einen anaphylaktischen Schock sind Insektenstiche, Nahrungsmittel und Arzneimittel, aber auch Latex kann lebensgefährliche Schockreaktionen bei Allergikern auslösen. Bis zu 5 Prozent der Menschen, die von einer Biene oder Wespe gestochen werden, erleiden einen lebensbedrohlichen Schockzustand. Allergene aus Nahrungsmitteln führen bei etwa 2 Prozent der Bevölkerung zu einem anaphylaktischen Schock. Doch die Dunkelziffern liegen mit Sicherheit sehr viel höher, vermuten Allergie-Experten im "Weißbuch Allergie in Deutschland 2000". In einer aktuellen Studie unter der Leitung von Professor Dr. Alfred I. Neugut (Columbia University, New York) wurde nun festgestellt, dass die Häufigkeit von lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen durch natürlichen Kontakt mit Allergenen tatsächlich sehr viel höher ist, als bisher angenommen. Bis zu 15 Prozent der US-Bürger sind gefährdet. Diese Zahl könnte auch für Deutschland gelten.

 

Der Ärzteverband Deutscher Allergologen rät Patienten, die wissen, dass sie auf bestimmte Allergene wie z.B. Insektengift, Nüsse oder Latex heftig reagieren, einen Kontakt mit diesen Allergieauslösern dringend zu meiden. Professor Dr. Thomas Fuchs, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen: "Viele Patienten wissen aber gar nicht, dass sie Allergiker sind, oder sie unterschätzen die Gefahr, die von einer unerkannten Allergie ausgeht." Bei allergischen Symptomen wie Jucken, Rötung und Schwellung sollte deshalb unbedingt ein allergologisch ausgebildeter Facharzt aufgesucht werden. Wenn eine Allergie festgestellt wird, erhalten die Patienten antiallergische Medikamente und eine ausführliche Beratung, wie sie den allergieauslösenden Stoffen am besten aus dem Wege gehen können. Allergien können heutzutage sehr erfolgreich behandelt werden. Vor allem die Allergie-Impfung mit modernen standardisierten Allergen-Präparaten (Hyposensibilisierung) kann Allergiekranken langfristige Besserung verschaffen. "Bei Allergien auf Pollen oder Hausstaubmilben liegen die Erfolgsraten der modernen Allergie-Impfung bei 90 Prozent, bei Insektengift-Allergien sogar bei 95 Prozent", so Professor Fuchs.

  • Weißbuch Allergie in Deutschland 2000.
    Hrsg: Ring, J., Wenning, J. für die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (DGAI), den Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) und die Deutsche Akademie für Allergologie und Umweltmedizin (DAAU).
    Urban & Vogel, 2000.
    ISBN 3-86094-128-3
  • Neugut AI, Ghatak AT, Miller RL.: Anaphylaxis in the united states: An investigation into its epidemiology.
    Arch Intern Med. 2001 Jan 8;161(1):15-21

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