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14.02.2001 Neue Studie aus dem Robert Koch-Institut bestätigt dramatische Zunahme von Allergien


"Viele allergische Erkrankungen haben in den letzten Jahren dramatisch zugenommen, ohne dass die Ursachen hierfür bekannt wären" steht in dem kürzlich erschienenen Weißbuch Allergie in Deutschland 2000. Wie dramatisch die Zunahme von Allergien ist, bestätigen die aktuell vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Ergebnisse des Bundes-Gesundheitssurveys: Allein die Häufigkeit von Heuschnupfen bei Erwachsenen ist in den letzten Jahren um 70 Prozent gestiegen. 1990 waren 10 Prozent betroffen, 1998 dagegen bereits 17 Prozent. Die Asthma-Häufigkeit hat sich mit einer Zunahme von 3 auf 7 Prozent in den letzten 12 bis 14 Jahren mehr als verdoppelt, ein besonders steiler Anstieg wurde zwischen 1990 und 1998 verzeichnet. Bei 47 Prozent aller Frauen und 33 Prozent aller Männer wird im Laufe ihres Lebens eine allergische Erkrankung diagnostiziert. Somit leidet jeder zweite bis dritte Erwachsene mindestens einmal in seinem Leben an einer Allergie.

Bei Kindern nimmt die Heuschnupfen-Häufigkeit ab einem Alter von zwei Jahren kontinuierlich zu. Im siebten Lebensjahr sind bereits 15 Prozent der Kinder betroffen. Das sind Ergebnisse der sogenannten MAS-Studie (Multizentrische Allergie-Studie), in der fast 1000 Kinder von ihrer Geburt bis zum Alter von sieben Jahren auf Allergien untersucht wurden. Die hohe Allergierate schon bei Kindern ist Besorgnis erregend, denn bei bis zu 40 Prozent aller Heuschnupfen-Patienten entwickelt sich im Laufe der Jahre ein Asthma bronchiale mit irreversiblen Lungenschäden. Der verbreitete Glaube, dass Allergien sich bei Kinder "herauswachsen", ist falsch.

Nach Schätzungen des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen begeben sich nur etwa ein Viertel der Allergiekranken in ärztliche Behandlung. Zu einem allergologisch ausgebildeten Facharzt geht nur jeder Zehnte. Dabei lassen sich durch eine adäquate Diagnostik und frühzeitige Therapie von Allergien und Asthma schwere Folgeschäden vermeiden oder zumindest reduzieren. Bei Heuschnupfen kann mit einer Allergie-Impfung der Entwicklung von Asthma vorgebeugt werden. Die Allergie-Impfung (spezifische Immuntherapie) bessert zudem langfristig die Symptome und reduziert das Risiko für Neusensibilisierungen. Ein bereits bestehendes allergisch bedingtes Asthma kann durch die Allergie-Impfung gebessert werden. Voraussetzung für den Behandlungserfolg ist jedoch eine eingehende fachärztliche Diagnostik, ein frühzeitiger Behandlungsbeginn und die Verwendung moderner standardisierter Allergen-Präparate.

  • Weißbuch Allergie in Deutschland 2000.
     Hrsg: Ring, J., Wenning, J. für die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (DGAI), den Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) und die Deutsche Akademie für Allergologie und Umweltmedizin (DAAU).
     Urban & Vogel, 2000.
     ISBN 3-86094-128-3
  • Hermann-Kunz, E.: Allergische Krankheiten in Deutschland.
     Bundesgesundheitsblätter - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 2000, 43:400-406
     (Ergebnisse aus dem Bundes-Gesundheitssurvey 1998, Studie aus dem Robert Koch-Institut)
  • Kulig, M. et al.: Development of seasonal allergic rhinitis during the first 7 years of life. J Allergy Clin Immunol 2000, 106(6):832-839
     Ergebnisse der MAS-Studie)

Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten.

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Dr. Petra von der Lage
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