Pressearchiv

14.02.2001 Schimmelpilz-Allergie muss fachärztlich behandelt werden


Der Fluch des Pharao - ein Schimmelpilz
Howard Carter entdeckte 1922 das Grab von Tut-ench-Amun, damals eine Sensation, denn dieses von Grabräubern unbehelligte Pharaonengrab barg herrliche Goldschätze. In dem Grab soll sich auch eine Tontafel befunden haben mit der Inschrift: "Der Tod wird auf schnellen Schwingen denjenigen ereilen, der die Ruhe des Pharao stört". Die Prophezeiung schien sich zu bewahrheiten, denn in den folgenden Jahren starben viele, die an der Erforschung der Mumie beteiligt waren, einige bereits ein paar Stunden nach Besuch des Grabes. Kein Wunder also, dass die Geschichte vom "Fluch des Pharao" um die ganze Welt ging! Erst die Entdeckung, dass der gesundheitsschädliche gelbe Gießkannenschimmelpilz Aspergillus flavus ohne Sauerstoff jahrhundertelang überleben kann, führte dazu, dass der Fluch einen realen Hintergrund erhielt. Der Schimmelpilz, der auch in anderen Königsgräbern gefunden wurde, kann Allergien auslösen und für abwehrgeschwächte Menschen lebensgefährlich werden. Bei den Ägyptologen, die wenige Stunden nach Besuch des Pharaonengrabes gestorben sind, war vermutlich eine heftige allergische Reaktion die Todesursache.

Nach wie vor machen auch in unseren Breiten Schimmelpilze vielen Menschen Probleme. Vor allem die Sporen der Pilzgattungen Aspergillus, Cladosporium, Penicillium und Alternaria sind als Allergieauslöser bekannt. Zusammen mit den Allergenen von Hausstaubmilben und Tierhaaren sind Schimmelpilz-Sporen die wichtigste Ursache von allergischen Erkrankungen in Wohnungen - und für allergiekranke Menschen auch heute noch ein Fluch. Typische Symptome einer Schimmelpilz-Allergie sind Schnupfen, Niesreiz, Atemnot und Husten. Doch auch Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall nach dem Verzehr von schimmelpilzhaltigen Lebensmitteln sind Zeichen einer Schimmelpilz-Allergie. Professor Johannes Ring, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie: "Ohne fachärztliche Behandlung kann die Schimmelpilz-Allergie sehr leicht zu einem Bronchialasthma führen. Patienten, die bei sich eine Allergie vermuten, sollten unbedingt einen allergologisch ausgebildeten Arzt aufsuchen." Gegen die akuten Symptome der Schimmelpilz-Allergie kann der Arzt Medikamente verordnen. Erstmals steht jetzt auch ein molekular standardisiertes Allergen-Präparat für die Allergie-Impfung (spezifische Immuntherapie) zur Verfügung. Dadurch haben manche Schimmelpilz-Allergiker die Chance, ihre Erkrankung dauerhaft zu heilen.

Vor allem aber müssen die Schimmelpilze in der Wohnung bekämpft werden. Da die Pilze bei hoher Luftfeuchtigkeit gedeihen, kommen sie vor allem an dauerfeuchten Stellen wie Duschvorhängen und elastischen Fliesenfugen im Bad sowie in Topfblumenerde und in Mülleimern vor. Lüften, reinigen und der Austausch pilzbesiedelter Gegenstände und Blumenerde schafft hier Abhilfe. Bei dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit kann es aber auch zu einem großflächigen Pilzbefall an Wänden und Tapeten kommen. Die Schimmelpilze sind dann schon mit dem bloßen Auge als "Stockflecken" sichtbar. Häufig ist dies der Fall in schlecht belüfteten Kellerräumen oder nach Einbau besser isolierender Fenster, die den Luftaustausch verringern. Es müssen dann nicht nur die Tapeten, sondern auch der Putz und Fugenmörtel fachmännisch entfernt und erneuert werden. Die Feuchtigkeit im Haus kann durch stoßweises Lüften niedrig gehalten werden. Im Winter reichen täglich mehrmals fünf Minuten "Durchzug", weil die einströmende kalte Außenluft trocken ist und die Luftfeuchtigkeit aus der Wohnung schnell aufnehmen kann. Bei Temperaturen über 5* Celsius müssen die Fenster mehrmals täglich für eine Viertelstunde geöffnet werden, damit die Feuchtigkeit aus der Wohnung entweichen kann.

Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten.

Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:
Pressekontakt ÄDA / DGAI

Dr. Petra von der Lage
Bodelschwinghstraße 17
22337 Hamburg
Tel.: 0 40 / 50 71 13 30
Fax: 0 40 / 59 18 45


INTERNER BEREICH

Mitglied werden

Aufnahmeantrag [PDF]
Satzung

Allergo-Journal

Online-Archiv

Das Allergo Journal ist Organ des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen. Der Bezug des Journals ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.